Informationen zum "Kunstwahlkampf" unter  www.superwahlheimat.de
wahlheimat 
DER KUNSTWAHLKAMPF HAT BEGONNEN
16. APRIL - 03. MAI 2009
Eine Initiative des ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Kandidat 1 mit dem Wahlversprechen

Whistlestop
Lassen Sie Ihr Gehirn entscheiden!
 

"Whistlestop" möchte ein objektives Evaluierungsverfahren für Kunst anbieten, welches die Möglichkeit eröffnet, Werke nach demokratisch gewählten Kriterien für die Präsentation in öffentlichen Institutionen zu bestimmen.

Grundlage ist ein Prüfverfahren, das auf jedes Werk der Kunst angewendet werden soll.

Die Prüfung jedes einzelnen Kunstwerks wird durch eine noch zu bestimmende Zahl von Testpersonen vollzogen.
 

Blick ins Gehirn mittels fMRT

Die Probanden werden, bei Messung ihrer Gehirnaktivitäten mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), mit dem zu prüfenden Kunstwerk konfrontiert.

Dabei wird der Sauerstoffgehalt des Blutes in den verschiedenen Gehirnregionen der Person gemessen und der Sauerstoffverbrauch der aktiven Gehirnregionen sichtbar gemacht. 

Wie z.B. in der Trauma - Forschung bereits erfolgreich eingesetzt, kann das bildgebende Verfahren der fMRT sichtbar machen, welche Hirnareale ein Kunstwerk beim Probanden aktiviert.

Grafische Darstellung einer typischen Untersuchungssituation kurz vor der Prüfung eines Kunstwerkes mittels Magnetresonanztomographie (MRT) an einer Probandin

 

Aus der Schnittmenge der Ergebnisse kann für jedes Werk ein zuverlässiges Nutzungsprofil erstellt und sein Interaktionspotential 
ermittelt werden!

Die Messergebnisse werden in einer Datenbank gespeichert und sind relevant für die spätere Auswertung nach 
Kriterien, die noch festzulegen sein werden.

(Zur Kostenbeschränkung schlage ich eine Begrenzung auf 20 Testpersonen pro Kunstwerk vor.)

 

Wichtig für die Qualität des Tests in unserem Falle ist, daß solche Untersuchungsgeräte eingesetzt werden, die während der  Messung die Konfrontation des Probanden mit den Werken im Original erlauben.

     
 

Zu Demonstrationszwecken, welcher Art die Daten sind, die 
bei einer solchen Prüfung ermittelt werden, soll  in der Ausstellung das erste bereits geprüfte Werk mit den dazugehörigen Prüfergebnissen von sechs Probanden 
zu sehen sein.

Das Werk trägt den Titel

"Whistleblower"
Künstlerin:                            Agnes Märkel
Entstehungsjahr:                                2009
Maße:                                  200 x 300 cm
Technik: Pastell und Fotocollage auf Karton

Collage "Whistleblower" mit sechs auswertungsrelevanten  fMRT-Prüfergebnissen

  Bei den fMRT-Mess-Ergebnissen, die neben dem Bild gezeigt werden, handelt es sich um die Reaktionsmuster der geistigen Interaktion dieser Personen mit dem hier ausgestellten Werk.

 

 

Glücklicherweise ist die fMRT auch in der Lage Reaktionen im Gehirn unterhalb der Bewusstseinsstufe zu registrieren. 
So wird sich die Gesellschaft über dieses Evaluierungsverfahren, welches auch das noch zu beschreibende Wahlverfahren 
mit einschließt, dadurch künftig nicht jedweder Überraschungseffekte beim Museumsbesuch selbst berauben.

In der Ausstellung können Sie mit dem Eintrag in eine Unterschriftenliste, an einer Petition zur Einführung des geschilderten Prüfverfahrens teilnehmen! 

Vorraussetzung ist, daß "Whistlestop" in die Ausstellung gewählt wird. 
Tragen Sie, lieber Wähler, mit Ihrer Stimme dazu bei!
   

Noch vor der offiziellen Einführung des beschriebenen Prüfverfahrens durch die Petition, von deren Erfolg wir hier jedoch überzeugt sind, wird dem Besucher in der Ausstellung die Möglichkeit zum Ausfüllen seines Wahlzettels gegeben:

 

Die Auswertungskriterien für die Prüfung der Kunstwerke demokratisch zu ermitteln hilft dieser Wahlzettel, der einen Horizontalschnitt durch das menschliches Gehirn zeigt. 

Der Wähler kann auf dem Wahlzettel Hirnareale markieren, die bei der Interaktion (Betrachtung) mit Kunst aktiviert sein sollen. Die Wahlmöglichkeit beschränkt sich auf drei Hirnareale.

Bei der Wahl sollen also jene drei Areale markiert werden, die im Hinblick auf die Interaktion bei der Begegnung mit Kunst höchste Priorität für den jeweiligen Wähler haben.

(Es sei nochmals betont, daß sich die Wahl auf die allgemeinen Kriterien bezieht, nicht auf das vor Ort gezeigte Werk.)

 

 Wahlzettel

  vor der Wahl                                                ...nach der Wahl (Beispiel)

 

                       Bedeutungsschlüssel der Hirnareale frei nach Gall

Voraussetzung für einen dem Willen des Wählers adäquaten Gebrauch des Wahlzettels ist, daß der Wählende über Funktion und Aufgaben der verschiedenen Hirnareale informiert ist.

Erhellung schaffen hier Darstellungen, die sich frei an die Forschungen der Phrenologie1 anlehnen, und deren Erkenntnisse hier unbedenklich auch auf das Schädelinnere übertragen werden.

 


1 Schädellehre nach dem schwäb. Arzt Franz Josef Gall (1758-1828), bei der geistige Eigenschaften und Zustände von der Schädel- u. Gehirnform abgeleitet  werden

 
 

Wer aktuellste Informationen wünscht, dem wird die Lektüre des Buches von G. Hüther, "Bedienungsanleitung für ein  menschliches Gehirn", ans Herz gelegt und zur Lektüre vor Ort in der Ausstellung zur Verfügung gestellt

 

 

  Wahl der Auswertungskriterien in der Ausstellung per Wahlzettel:
Diese Möglichkeit werden Sie nur bekommen, wenn Sie "Whistlestop" Ihre Stimme geben!
 

Dem Wähler werden hochwertige Mittel der Wahl 
zur Verfügung gestellt:

a) ein Bogen Aquarellpapier, bedruckt mit einem
    Horizontalschnitt durch das menschliche Gehirn

b) ein Pinsel 

c) drei wasserlösliche Farben 
   (zur besseren Differenzierung; eine Farbe je Areal)

d) Wasser zum Anrühren der Farben

Es sind sowohl signierte als auch unsignierte Wahlzettel gültig.

Die begriffsfreie Methode der Markierung hat den Vorzug, auch ein rein intuitives Ausfüllen des Wahlzettels zu erlauben.

Der Wähler ist angehalten, den frisch ausgefüllten Wahlzettel 
in der Ausstellung zum Trocknen an die Pinnwand neben der Infotafel zu heften.

Ausstellungssituation des Projektes "Whistlestop" mit Informationstafel zum Prüf- und Wahlverfahren, der Ausstellung des ersten geprüften Kunstwerks und Wahlmöglichkeit vor Ort

 

 

Kunstwerken, deren Prüfergebnisse mit den Erkenntnisanforderungen der Mehrheit übereinstimmen, soll folgendes Gütesiegel zuerkannt werden:

   
  Im Gegensatz zu den drei Affen aus der japanischen Mythologie, die hierzulande jeder kennt als diejenigen, die nichts hören, nichts sehen, nichts sagen, verkörpert dieses Symbol den Sehenden und den Hörenden.

 

 

Anliegen von „Whistlestop“:
 

 

Da sich Demokratie und Kultur nur im Wechsel von aktiver und passiver Partizipation verwirklichen, würde eine Welt, 
in der alle gleichzeitig agieren, in Chaos versinken und zu Strukturverlust führen.

So ist es manchmal zwingend, den aktiven vom passiven Teil demokratischer Partizipation zeitlich zu trennen. 

Interaktion mit Malerei  ist schwer nachweisbar, da die Nutzung über Reizaktivierung im Gehirn des Rezipienten zu zeitverzögertem Handeln führen kann. Von dem neuen Prüf- und Wahlverfahren werden daher traditionelle Medien wie die Malerei besonders profitieren, da hierdurch sichtbar und bewußt gemacht wird, daß auch sie, gleichwertig mit den neuen Medien, über Interaktions- und Nutzungsqualitäten verfügen.

Das vorgestellte Prüf- und Wahlverfahren kann ausschließen, daß kunstferne Kriterien, wie etwa auch Markterfolg etc. mitentscheiden, was in Museen ausgestellt wird. Ausschlaggebend wird der Erkenntnisbedarf der Gesellschaft sein. 
So berücksichtigt das Prüfverfahren für Kunst die unwillkürlichen Reaktionen und wird in Kombination mit einem Wahlverfahren eingesetzt, das die willkürlichen Entscheidungen der Menschen abfragt

Künftig weiß der Museumsbesucher um die Auswahlkriterien der dort präsentierten Werke, und wird sich als aufmerksamer Nutzer mühelos auf die werkimmanenten Qualitäten der Kunst besinnen können.

 

Wollen Sie Whistlestop in der Ausstellung wahlheimat sehen ? 

Wählen Sie jetzt ! 

Wählen Sie die Nummer 1 
Bitte nicht mehr wählen!
Der Kunstwahlkampf ist vorbei. 

Dem Wahlversprechen hat laut Auszählung genau eine Stimme gefehlt, und wurde somit nicht Teil der Ausstellung "wahlheimat"


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